Erstmals Meisterfeier in der Messe Dresden -
383 Handwerksmeister wurden zünftig geehrt

Bei der Meisterfeier der Handwerkskammer Dresden gab es viel Szenenapplaus für einen gelungenen Auftritt des Handwerks.

383 frisch gebackene Meister – darunter 47 Frauen – aus dem Bereich der Handwerkskammer Dresden haben am 3. November 2012 in der Messe Dresden ihre Meisterbriefe erhalten. Seit 1990 haben damit im Kammerbezirk Dresden rund 14.400 Handwerker ihre Meisterausbildung absolviert.

Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden forderte die Jungmeister auf, sich in die Gesellschaft einzubringen, in Vereinen, Innungen oder Parlamenten für das Handwerk und die Beibehaltung der Meisterpflicht zu streiten. „Die Meister-ausbildung ist von ebenso existenzieller Bedeutung für das Handwerk wie die Qualität der dualen Berufsausbildung.“ Gleichzeitig warnte Dittrich davor, die Energiewende zu zerreden und durch Bürokratie kleine Betriebe immer stärker zu belasten. Erneut forderte er die Abschaffung der Vorauszahlungspflicht von Sozialversicherungsbeiträgen für Unternehmen. „Es gibt inzwischen eine große Allianz der Unterstützer in dieser Frage. Ich verspreche Ihnen, wir bleiben dran“, so Dittrich zu den 2500 Gästen.

Unter den diesjährigen Absolventen waren 24 Handwerksberufe vom Bäcker über Tischler bis zum Elektrotechniker vertreten. Ganz vorn in der Hitliste steht nach wie vor der Kraftfahrzeugtechniker mit 73 frisch gebackenen Meistern, gefolgt von Bäckern (54), Orthopädieschuhmachern (24) und Tischlern (21). Die Absolventen stammen überwiegend aus Sachsen, aber auch aus weiteren Bundesländern – unter anderem aus Brandenburg, Bayern und Berlin.

Der Schweizer Beat Krippendorf, Experte für strategisches Marketing, unterstrich in seiner Rede die Bedeutung regionaler Wertschöpfungsketten für eine funktionier-ende Wirtschaft und geißelte die zunehmende „Akademisierung der Gesellschaft“. „Wir prügeln unsere Kinder aufs Gymnasium und vergessen dabei die Bedeutung der praktischen Intelligenz. Wir brauchen aber eine Balance aus Kopf- und Handwerk“, so Krippendorf.

Friseurmeisterin Nicole Garte aus Dresden, die als eine der besten Absolventen des Jahrgangs ausgezeichnet wurde, bedankte sich im Namen aller Meisterkurs-Teilnehmer bei den Dozenten, aber auch bei Eltern, Freunden und Chefs.

„Das Handwerk benötigt mehr denn je qualifizierten Nachwuchs. Wir sind ein Teil davon und übernehmen Verantwortung. Um erfolgreich zu sein, muss man seinen Beruf mit Leidenschaft ausüben.“

Im Namen von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich offerierte Erhard Weimann, Leiter der Landesvertretung des Freistaates in Berlin, drei der besten Absolventen des Jahrgangs ein Meisterdarlehen des Freistaates und zeigte sich begeistert von der Frische und Innovationskraft des Handwerkernachwuchses: „Die heutige Veranstaltung war das Beste, was ich seit Jahren im Bereich des Handwerks gesehen habe“, so Weimann.

Die Meisterfeier ist der alljährliche Höhepunkt im Handwerk des Kammerbezirks Dresden. Neben der Handwerkskammer Dresden nutzen die Vertreter der Innungen und Kreishandwerkerschaften die Gelegenheit, „ihren“ Meisterabsolventen zu gratulieren.

Zwölf der besten Meister-Absolventen des Jahrgangs bei der Handwerkskammer Dresden:

Damen- und Herrenschneiderin Sabine Adolph aus Schkeuditz
Tischlerin Friederike Beye aus Magdeburg
Friseurin Nicole Garte aus Dresden
Steinmetz- und Steinbildhauer Uwe Müller aus Chemnitz
Zahntechniker Tilo Müller aus Lunzenau
Zimmerer Olaf Peter Hermann aus Haselbachtal
Gebäudereiniger Patrick Kinzel aus Zwickau
Orthopädieschuhmacher Torsten Prosch aus Schwerin
Landmaschinenmechaniker Benjamin Braun Bad Lausick
Uhrmacher Johannes Dietze aus Pforzheim
Maurer Sebastian Lipka aus Oppach
Dachdecker Henry Pilz aus Dresden

 

 

Innungsmitglied Dachdeckermeister Henry Pilz (rechts im Bild) wurde als Jahrgangsbester geehrt und erhielt ein Meisterdarlehensangebot des Freistaates. Foto: A. Wirsig